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Waage-Modell

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Inhaltsverzeichnis

Sinn und Zweck

Durch das Anwenden des Waage-Modells wird gewährleistet, dass keine aufgestellte Hypothese bzw. Behauptung ohne Beleg in der wissenschaftlichen Arbeit vorkommt.

Waage Modell.png

Definition

Wenn man sich das Waage-Modell ansieht, ist das Fundament, auf dem es ruht, das Material. So wie der Sockel einer Wage die Basis ist, „so gibt es bei jeder wissenschaftlichen Arbeit eine Materialbasis, auf der die Argumentation aufbaut.“ [1] Gültigkeitsbereich, Beispiel Umfrage ISM

Der Balken, der die zwei Waagschalen trägt, ist die Methode. In der wissenschaftlichen Arbeit sorgt „die Methode dafür, dass die angeführten Belege die aufgestellten Hypothesen tatsächlich verifizieren.“ [2]

Eine Waagschale enthält die Hypothesen, die andere die Belege. Sollte die Waage nicht austariert sein, ist die wissenschaftliche Arbeit entweder zu hypothetisch, oder sie enthält zu viele Belege.[3]

Arbeitsschritte

Im ersten Schritt der Arbeit werden Behauptungen gesammelt. „In einer wissenschaftlichen Arbeit gibt es zahlreiche Wege, Hypothesen zu bilden“ , z.B. durch:

  • Interpretationen,
  • Analysen,
  • Vergleiche
  • Beschreibungen
  • empirische Erhebungen und Auswertungen oder
  • Forschungsberichte.

Jedes einzelne dieser Verfahren führt zu Schlussfolgerungen, die individuell von Belegen nachgewiesen und bestätigt werden müssen.[4]

Sind alle Behauptungen herausgearbeitet, werden im zweiten Schritt zu den Hypothesen die Belege gesucht. So kann rechtzeitig erkannt werden, ob noch weitere Recherchen anzustellen sind. Studentische wissenschaftliche Arbeiten müssen keine bahnbrechenden Erkenntnisse hervorbringen, sondern lediglich vorhandenes Material unter Anwendung einer neuen Perspektive betrachten. So genügt es bereits, vorhandene Antworten aus der Forschung zu verwenden.[5]

Die Hypothesen sollten sinnvoll mit den Belegen verknüpft werden, wobei es mehrere Methoden zum Ordnen der Hypothesen und den dazugehörigen Belegen gibt.

  1. Die deduktive Methode: Es wird eine Hypothese aufgestellt, die im Folgenden durch Belege untermauert wird. „Die Argumentation geht vom Allgemeinen (Übergeordneten) zum Speziellen (Detail), vom Modell zu logischen Einzelaussagen.“ [6]
  2. Die induktive Methode: „Die Argumentation geht vom Speziellen (Detail) zum Allgemeinen (Übergeordneten) d.h. aus Beobachtungen oder Versuchen werden typische Erscheinungen bzw. allgemein gültige Folgerungen abgeleitet.“ [7]

Schlussfolgerung

Es werden also zahlreiche Belege genannt, um anschließend daraus eine These abzuleiten.

  1. Esselborn-Krumbiegel, Helga: Von der Idee zum Text : eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, 3. Aufl., Paderborn : Schöningh, 2008, S. 100 f.
  2. Esselborn-Krumbiegel, 2008, S. 100 f.
  3. vgl. Esselborn-Krumbiegel, 2008, S. 112
  4. vgl. Esselborn-Krumbiegel, 2008, S. 108
  5. vgl. Esselborn-Krumbiegel, 2008, S. 107-113
  6. Rossig, Wolfram E. ; Prätsch, Joachim: Wissenschaftliches Arbeiten, 5. Aufl., Hamburg : Weyhe, 2005
  7. Rossig ; Prätsch, 2005
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